Ausgangspunkt der Überlegungen war, dass bis zum Jahre 2040 nicht nur die Gläubigen immer weniger werden, sondern auch die Hauptamtlichen, und zwar in einem dra-matischen Maße. Das betrifft die Gemein-dereferent/innen und Priester, Pastoralre-ferenten und Diakone. Zum Beispiel haben wir im Moment in der Erzdiözese Pader-born 442 Priester im aktiven Dienst und 242 Gemeindereferent/innen (Stand Ende 2025). Hochrechnungen deuten darauf hin, dass wir im Jahr 2040 vermutlich höchs-tens noch ca. 170 Gemeindereferent/innen haben werden und ca. 75 Priester. Für die ganze Erzdiözese Paderborn.
Niemand bezweifelt ernsthaft, dass wir uns für die gravierenden Veränderungen der Zukunft vorbereiten müssen. Die Alter-native wäre, dass jedes Jahr etwas nach-justiert wird, wenn etwa wieder eine Stelle wegfällt, und wir so insgesamt der Ent-wicklung ständig hinterherlaufen.
Bei der Größe der zukünftigen Seelsorge-räume sehe ich die Hauptfrage, wie wir in Zukunft die Nähe zu den Menschen ge-währleisten können. Immer weitere Räu-me, immer weitere Distanzen – das macht es nicht einfacher, persönliche Beziehun-gen und Begegnungen in der Seelsorge aufzubauen. Da wird noch viel Kreativität gefragt sein.
Auf der anderen Seite bin ich überzeugt, dass Gemeinden, die heute sehr lebendig
und eigenständig sind, auch in Zukunft bestehen werden.
Ein Schwerpunkt des ganzen Transformati-onsprozesses ist die Förderung des Ehren-amtes. Zurecht! Wenn es immer weniger Hauptamtliche gibt, wird in Zukunft noch mehr von den Ehrenamtlichen abhängen. Dankbar sehen wir, wie viele Menschen sich heute in den Gemeinden engagieren. Da sehe ich den größten Hoffnungsschim-mer für die Zukunft!
Jürgen Westhof